Das Labor

Im Industrie 4.0 Labor am Institut Industrial Management stehen zwei Lehr- und Lernumgebungen für die Studentinnen und Studenten zur Verfügung. Dies sind aktuell vier MPS® Stationen – Verteilen, Prüfen, Bearbeiten und Sortieren – der Firma Festo und ein vom Verein zur Förderung der Technik Akademie Vienna Region (TAVR) entwickeltes Lehr- und Lernunternehmen. Mit Hilfe dieser beiden Lehrumgebungen können unter anderem wesentliche Inhalte der vierten industriellen Revolution (z.B.: vertikale Integration in der Produktion) im industriellen Unternehmen gezeigt und simuliert werden.

Festo MPS® Stationen

Die MPS® Stationen setzen mit ihrem individuellen Aufbau den Schwerpunkt für die Lehrinhalte. Sie werden einzeln zur Erarbeitung von Sensoren und Aktoren eingesetzt und können in der Kombination zur automatisierten Fertigungsanlage aufgebaut werden. Durch die Anwendung von Lern-Szenarien werden Stufen der Automatisierung und deren wirtschaftliche Auswirkung auf das Unternehmen simuliert und dargestellt. Die MPS® Stationen Verteilen, Prüfen, Bearbeiten und Sortieren werden in den Übungen Automatisierungstechnik 1 bis 3 eingesetzt. Durch die Integration von Mechanik, Elektrotechnik und Informationstechnik zur Mechatronik wird bei den Studentinnen und Studenten die Basis für die vierte industrielle Revolution geschaffen.  

 

 

TAVR Lehr- und Lernunternehmen

Das Lehr- und Lernunternehmen bildet mit Hilfe von drei Montage- und Messstationen, einem industriellen Schrauber, Lagerstationen und den Administrationsstationen (Vertrieb, Auftragsabwicklung, Vorabeiter) die Fertigung von pneumatischen Zylindern ab. Die vertikale Integration wird über ein ERP-System (SAP), MES-System (MCIS) und der Shopfloor-Ebene (Sensoren, Industrie PC, SPS) realisiert. Klassische Lehrinhalte die im Zuge von Übungen und Lern-Szenarien bearbeitet werden sind die Auftragsbearbeitung und Fertigungslogistik (Materialfluss), das Qualitätsmanagement, die Produktivität, die vertikale Integration (Informationsfluss) und die Gewinn- & Verlustrechnung und Bilanz. Die Studentinnen und Studenten können somit selbstständig die Herstellung von pneumatischen Zylindern durchführen und simulieren und bekommen dabei eine prozessorientierten Sichtweise – vom Auftragseingang über die Produktion bis zur Auslieferung – und einer informationsorientieren Sichtweise – von ERP bis zum Shopfloor und retour – vermittelt.

 

 

Der 3D-Drucker

Mit der Anschaffung eines eigenen 3D Druckers im Sommer 2014 hat am Institut für Industrial Management ein neues Zeitalter begonnen: Industrie 4.0! Gerade für Wirtschaftsingenieure, die an der Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft sitzen ist es unumgänglich, auch neueste Technologien und Entwicklungen zu kennen. Daher wird am Institut für Industriewirtschaft / Industrial Management das Thema Industrie 4.0 umfassend in Lehrveranstaltungen eingebunden- so auch der 3D Druck. In den unterschiedlichsten Lehrveranstaltungen wird den Studierenden dieses neue Fertigungsverfahren näher gebracht. So wird beispielsweise Urformen in der Vorlesung Produktionstechnik unter dem Motto „Hands on“ zum Leben erweckt.

 

Makerbot Replicator Desktop 3D Printer

Mittels „Fused Layer Modeling“ (FLM) wird aus drahtförmigen Ausgangsmaterial jede erdenkliche Form. Dazu wird der Polyactide Draht, das „Filament“ in einer beheizten Düse aufgeschmolzen und mit dieser in eine definierte Form gebracht. Durch Wärmeabfuhr erstarrt das Filament und das Modell entsteht. Bei dem von uns eingesetzten Makerbot Replicator werden Temperaturen von bis zu 218 Grad Celsius erreicht, um das Filament aufzuschmelzen. Auf einen „Raft“ genannten Untergrund wird dann, Schicht für Schicht, das Material aufgetragen bis ein Modell entsteht. Drei unterschiedliche Qualitätsstufen lassen Schichtaufllösungen von bis zu 0,1mm zu. Individuelle Anpassung der Stufen ist aber selbstverständlich auch möglich. Über die eingebaute Kamera lässt sich der Druckfortschritt komfortabel auch aus der Distanz überwachen- der Drucker ist, ganz im Sinne von I4.0, selbstverständlich mit dem Internet verbunden. So wird in circa einer Stunde locker das Institutslogo von der Zeichnung zur angreifbaren Realität- und das alles durch einfaches Laden eines 3D Modells in das Makerbot Programm!

 

 

Rapid Prototyping

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, ein Modell sagt mehr als tausend Bilder! 3D Druck wird auch in der Industrie immer wichtiger- denn Prototypen sind seit jeher von großem Wert. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Methoden, um Prototypen herzustellen- von aus Holz geschnitzten über aus Ton geformten Modellen bis hin zu den aus modernen 3D Druckern gedruckten Plastiken. Die neuen Verfahren ermöglichen es, serienidentische Prototypen aus Kunststoff und Metall herzustellen. Die Zeit zwischen Entwicklung und Fertigung wird drastisch verkürzt. Der 3D Druck ist es, der heutzutage kostengünstig auch Klein- und Mittelunternehmen ermöglicht, ihre Prototypen schnell in die Hand zu nehmen.